Die Monate danach waren weder sauber noch einfach. Claire gab Erklärungen ab, beantwortete Briefe, unterzeichnete Dokumente und lernte, dass sich das Überleben nicht jeden Morgen wie ein Sieg anfühlte. An manchen Tagen fühlte es sich an wie Papierkram. An manchen Tagen fühlte es sich an, als würde man zu früh aufwachen und auf Geräusche lauschen, die nicht mehr da waren.
Sie verkaufte das Haus vor der Verhandlung. Ihre Schwester half ihr beim Packen, indem sie drei verschiedene Kartons mit „Küchensachen“ beschriftete und in eine Schublade mit Geschirrtüchern weinte. June kam mit Sandwiches und einer strikten Weigerung, sich mehr als zweimal zu bedanken.
Eines Nachmittags fand Claire das gerahmte Foto aus der Kirche unter den ihr zurückgegebenen Beweismitteln. Sie starrte die Frau darauf lange Zeit an. Diese Frau sah weich aus, nützlich, leicht zu betrauern. Claire drehte den Rahmen mit dem Gesicht nach unten. Später besuchte sie St. Agnes allein. Das Sonnenlicht strich in blassen Quadraten über die Kirchenbänke. Claire saß in der letzten Reihe. Sie war damit fertig, ein Geist zu sein. Sie konnte wieder atmen und leben.