Hannah hatte ihren Ehering beim Umzug verloren. Sie hatte jede Kiste, jede Schublade und jede Tasche durchsucht. Er war weg. Die Leere an ihrer Hand machte ihr mehr zu schaffen, als sie erwartet hatte. Dadurch fühlte sich Daniels Tod auf eine neue Art endgültig an. Drei Jahre waren vergangen, doch die Trauer fand immer noch kleine Einfallstore.
An einem regnerischen Samstag betrat sie einen Nachlassverkauf. Sie wusste noch nicht genau, warum sie dort war. Ein kleines Tablett mit billigen Ringen fiel ihr ins Auge. Die meisten waren aus Plastik oder zerkratzt. Ein Ring sah anders aus. Er hatte einen mattgrünen Stein und einen goldfarbenen Ring. Ihm fehlte die schlichte Eleganz ihres verlorenen Eherings, doch er strahlte eine seltsame, tröstliche Wirkung aus. Auf dem Preisschild stand dreizehn Dollar.
Hannah hätte ihn beinahe zurückgelegt, doch als sie ihn an ihren Finger schob, passte er, als hätte er auf sie gewartet. Sie kaufte ihn zusammen mit einer antiken Lampe und fuhr nach Hause. An diesem Abend färbte sich der grüne Stein unter ihrem Küchenlicht rötlich. Hannah dachte, ihre Augen seien müde. Sie schaute noch einmal hin. Die Farbe veränderte sich erneut. Zwei Tage später verbog sich eine der Fassungsklammern. Hannah brachte den Ring zu einem Juwelier, um ihn reparieren zu lassen. Der Juwelier schaute durch seine Lupe. Er hielt völlig den Atem an …