Der Arzt sah mein Ultraschallbild und flehte mich an, mich scheiden zu lassen… Ich habe die Wahrheit nie erwartet..

Den nächsten Tag verbrachte ich damit, so zu tun, als sei alles normal. Adrian fuhr zur Arbeit, nachdem er mir einen Kuss auf die Stirn gegeben und mich daran erinnert hatte, mich zu schonen. Kaum war sein Auto verschwunden, ging ich in sein Arbeitszimmer. Er hatte nie gesagt, dass ich es nicht betreten durfte, aber er hatte die Angewohnheit, bestimmte Räume als tabu erscheinen zu lassen, ohne diese Regel jemals laut auszusprechen. Die Schubladen waren ordentlich, die Regale farblich sortiert, die Schreibtischfläche fast kahl. Zehn Minuten lang fand ich nichts außer Verträgen, Quittungen und einem teuren Füllfederhalter. Dann bemerkte ich einen verschlossenen Schrank hinter einer Reihe von gerahmten Reisebüchern. Der Schlüssel war unter dem Schreibtisch festgeklebt.

Darin befanden sich drei Mappen mit Etiketten, die ich noch nie gesehen hatte. Eine enthielt Kopien von Rechtsdokumenten unter einem anderen Nachnamen. Eine enthielt Auszüge von Bankkonten, die ich nicht kannte. Auf dem dritten stand mein Name in Adrians Handschrift quer über die Lasche geschrieben. Meine Hände zitterten, als ich es öffnete. Es enthielt Ausdrucke meines Erbschaftsportfolios, den Treuhandplan meiner verstorbenen Mutter und handschriftliche Notizen zum Zeitplan. Eine Zeile war zweimal unterstrichen worden: „Zugang nach der Geburt“. Ich lehnte mich so abrupt zurück, dass ich spürte, wie sich der Fötus in mir bewegte.