Daniel Mercer hatte das Auto nur gemietet, weil seine eigene Schräghecklimousine an einem Dienstag den Geist aufgegeben hatte, dem denkbar schlechtesten Tag für eine Panne. Nicht dramatisch genug, um Panik zu rechtfertigen, und nicht ruhig genug, um sich später damit zu beschäftigen. Er hatte eine dreistündige Fahrt vor sich, einen Ordner mit Rechnungen auf dem Beifahrersitz und gerade so viel Geld auf seinem Konto, dass ihm die Anmietung wie ein schlechter Scherz vorkam. Die silberne Limousine, die ihm zur Verfügung gestellt wurde, war sauber, gewöhnlich und etwas älter als die Hochglanzfahrzeuge, die auf der Website des Unternehmens abgebildet waren. Dennoch roch es leicht nach Zitronenreiniger, der Tank war halb voll, und der Angestellte schob die Schlüssel mit der gelangweilten Zuversicht von jemandem rüber, der das schon tausendmal gemacht hatte.
Nach einer Stunde Fahrt hielt Daniel an einer Tankstelle an, um einen Kaffee zu trinken. Als er wieder einstieg, bemerkte er, dass das Handschuhfach ein paar Zentimeter offen hing. Er drückte es einmal, zweimal und dann noch fester zu. Es klickte, dann sprang es wieder auf. Murmelnd ging er in die Hocke und holte die Betriebsanleitung, die Versicherungspapiere und eine zerknitterte Straßenkarte heraus, die älter aussah als das Auto selbst. Irgendetwas hinter dem Paket verhakte sich im Scharnier. Er griff tiefer hinein, wobei seine Fingerspitzen über den Filz strichen, und zerrte an etwas, das sich wie ein kleiner Beutel anfühlte, der in der hinteren Ecke eingeklemmt war.
Es war dunkelbraun, weich vom Alter und nicht größer als eine gefaltete Brieftasche. Daniel schob es fast zurück. Die Leute vergaßen Ladegeräte, Sonnenbrillen, Parkscheine. Das war normal. Aber diese Tasche hatte ein Gewicht, das ihn innehalten ließ. Als er zwischen den Zapfsäulen stand, den Kaffee in der einen Hand, sah er sich auf dem leeren Vorplatz um und spürte, wie sich der Tag ein wenig veränderte, als wäre etwas Routine in den Hintergrund getreten.