Das Zimmer war dunkel, bis auf das fahle Licht des Ultraschallbildschirms. Ich lag auf dem mit Papier bezogenen Bett, eine Hand auf dem Bauch, während mein Mann Adrian neben mir stand und lächelte, als sei dies der glücklichste Tag seines Lebens. Seit Wochen war er aufmerksamer denn je. Er kochte mir Tee, überprüfte jedes Etikett, bevor ich etwas aß, und erinnerte mich daran, mich auszuruhen, als trüge ich kostbares Porzellan und nicht ein Baby. Als der Techniker den Monitor auf uns richtete und auf ein winziges Profil zeigte, drückte er meine Schulter und flüsterte: „Da ist unser kleines Mädchen.“ Ich habe fast geweint.
Dann kam Dr. Meera Shah herein, warf einen Blick auf das Bild und blieb so plötzlich stehen, dass der Stuhl hinter ihr gegen die Wand stieß. Es war nur eine Sekunde, vielleicht weniger, aber ich sah es deutlich. Etwas, das viel persönlicher war als ein medizinisches Anliegen. Sie lehnte sich näher heran, zoomte das Baby heran, und ihr Gesicht veränderte sich erneut. Adrian lachte leicht und fragte, ob alles normal aussehe. Dr. Shah antwortete nicht sofort. Stattdessen bat sie den Techniker, ein paar Bilder auszudrucken, und sprach dann normal weiter.
Adrian bekam bald einen Anruf. Er küsste mich auf die Stirn und betrat den Flur. In dem Moment, in dem die Tür zufiel, senkte Dr. Shah ihre Stimme. „Hören Sie mir gut zu“, sagte sie. „Ich sollte das nicht so sagen, wie ich es jetzt tue, aber Sie müssen es hören.“ Mein Mund wurde trocken. Sie hielt meinen Blick eine lange Sekunde lang fest und sagte dann: „Sie müssen sich von Ihrem Mann scheiden lassen.“ Ich starrte sie an. Sie schaute wieder auf das Ultraschallbild, dann auf mich. „Und was auch immer Sie tun“, flüsterte sie, „sagen Sie ihm nicht, dass ich das gesagt habe…“