Dieses Foto aus dem Jahr 1895, auf dem ein Mädchen die Hand ihrer Schwester hält, wirkte ganz normal – bis die Restaurierung diese verblüffende Tatsache ans Licht brachte…


Nora gab sich nicht mit dem Hauptbuch zufrieden. Sie verbrachte eine Woche tief eingetaucht in staubigen, labyrinthartigen Archiven, in denen noch immer die Akten zum Fall Calloway aus dem Jahr 1921 aufbewahrt wurden. Mit von Ruß grau verfärbten Fingern durchforstete sie Gerichtsakten, interne Memos und schließlich einen Stapel privater Korrespondenz, der nie das Innere eines Gerichtssaals gesehen hatte.

Der Anwalt, der Edwards Testament für ungültig erklärt hatte, war George Hartley. Tief im Archiv vergraben fand Nora den ursprünglichen rechtlichen Einspruch – ein Dokument, in dem argumentiert wurde, dass die Vaterschaftsklausel ungültig sei, da sie sich auf eine „nicht existierende Einheit“ beziehe. Die Formulierung war kühl, präzise und durch und durch betrügerisch. Die Kanzlei hatte genau gewusst, wer Eleanor war.

Drei Generationen später hatte der derzeitige Hartley das Sagen. Als Douglas Peel vor acht Monaten gekommen war, um den Nachlass einzufordern, musste Hartley auf Edwards ursprüngliches Testament gestoßen sein. Er musste den Namen Eleanor gesehen haben, und dennoch erbte Peel den Nachlass. Sie musste mehr erfahren, und zwar schnell.