Jede Nacht hörte sie Geräusche vor ihrer Tür – als sie herausfand, warum, war es schon zu spät…

„Es tut mir leid!“, rief der Mann aus dem Kriechkeller, wobei sich die verzweifelten Worte überschlugen, während er langsam ins Licht ihres Kleiderschranks kroch, die Hände immer noch hoch erhoben. „Ich wurde im Herbst entlassen und im Dezember zwangsgeräumt. In einer eiskalten Nacht fand ich die Kellertür unverschlossen vor und stellte fest, dass dieser Raum unter den Wohnungen verlief. Ihre Bodenlüftungsklappe war die einzige, die sich leicht öffnen ließ. Ich habe nur ein bisschen Essen mitgenommen, um zu überleben!“

Er brach zusammen und weinte leise, während er in seinen abgetragenen Kleidern auf dem Boden ihres Kleiderschranks saß. „Jeden einzelnen Morgen schlich ich mich durch den Keller hinaus, bevor Sie aufwachten. Ich habe die öffentlichen Toiletten im Park genutzt, um mich zu waschen, anzuziehen und nach Jobs zu suchen. Schau in meine Tasche, da sind Bewerbungen drin! Ich bin kein Verbrecher, Frau. Ich bin einfach nur fast erfroren. Ich habe deine Schlafzimmertür kein einziges Mal angerührt, das schwöre ich!“

Yelena stand wie gelähmt an der Theke und hielt das Telefon ans Ohr, während der Telefonist ihr versicherte, dass die Sirenen bereits mehrere Häuserblocks entfernt zu hören seien. Die schiere Verzweiflung in seiner Stimme durchdrang ihre Angst und ersetzte sie durch einen hohlen, schweren Schmerz. Er sah so unglaublich klein aus, wie er dort auf dem Parkettboden zitterte, umgeben von den Resten ihres gestohlenen Brotes und der Realität eines Lebens, das durch Pech völlig zerschmettert worden war.