Jede Nacht hörte sie Geräusche vor ihrer Tür – als sie herausfand, warum, war es schon zu spät…

„Ich kann nicht einfach hier sitzen bleiben“, murmelte Yelena in den leeren Raum. Sie schob den Stuhl beiseite, eine Taschenlampe fest in der einen Hand und ihr Handy in der anderen, die 911 bereits auf dem Tastenfeld eingegeben. Ihre Hand zitterte heftig, als sie danach griff. Die versteckte Verkleidung ließ sich viel leichter abnehmen, als sie erwartet hatte, und schwang auf zu einem dunklen, engen Kriechraum, der stark nach altem Staub und kaltem Stein roch.

Der Lichtstrahl der Taschenlampe durchdrang die pechschwarze Dunkelheit und beleuchtete ein Labyrinth aus alten Rohren und ein Ladegerät, das an eine illegal installierte Anschlussdose angeschlossen war. Dann fiel das Licht auf einen Schlafsack, eine Reisetasche und schließlich auf einen Mann, der kerzengerade an der gegenüberliegenden Wand saß. Er blinzelte heftig und hob die Hände, um seine Augen vor dem blendenden Licht zu schützen. „Bitte!“, keuchte er mit heiserer, rauer Stimme. „Bitte, ruf nicht an! Ich habe nichts angerührt, das schwöre ich dir!“

„Wer bist du? Was machst du in meiner Wohnung?“, schrie Yelena und wich ins Wohnzimmer zurück, während ihr Daumen auf den grünen Notrufknopf hämmerte. Die Verbindung wurde sofort hergestellt, und die klare Stimme der Telefonistin verlangte nach ihrem Notfall. Yelena hielt den Blick auf die dunkle Öffnung gerichtet, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, als sie ihre Adresse rief und sich weigerte, den Blick von dem Schatten an ihrer Wand abzuwenden.