Von einem Anflug von Mitgefühl für den einsamen, namenlosen Mann erfasst, beschloss Kelly, in die Küche zu gehen, um ihm eine Tasse heiße Schokolade zu holen, bevor sie ihn schlafen legte. Sie brauchte weniger als zehn Minuten dafür. Doch als sie in Zimmer 114 zurückkehrte, rutschte ihr die Keramiktasse fast aus den Fingern, und heiße Flüssigkeit spritzte auf ihre Schuhe. Das schwere Glasfenster stand weit offen. Kalter Regen prasselte auf den Teppich, die Vorhänge peitschten heftig im eisigen Wind.
Er war verschwunden. Der ältere Mann war hinaus in das Auge des Sturms geklettert. „Wir haben eine Flucht! Zimmer 114 wird vermisst!“, rief Kelly in ihr Funkgerät, wobei ihre Stimme vor Entsetzen brach. Sie warf sich einen gelben Regenmantel über, schnappte sich eine leistungsstarke Taschenlampe und traf sich am Haupteingang mit Marcus vom Sicherheitsdienst.
Der Regenguss war ohrenbetäubend. Die dichten Regenvorhänge machten es fast unmöglich, über die eigenen Hände hinauszusehen, und der Schlamm saugte an ihren schweren Stiefeln. Sie rannten in Richtung Wald und befürchteten das Allerschlimmste.