Krankenschwester Kelly warf einen Blick auf ihre Uhr. Es war 23:45 Uhr. Die Flure des Seniorenheims St. Clair lagen völlig im Dunkeln, abgesehen vom flackernden Licht der Leuchtstoffröhren in der Schwesternstation. Als sie ihre nächtliche Runde begann, fiel ihr eine leicht angelehnte Tür auf. Zimmer 114.
Der Mann darin war ein völliges Rätsel. Vor fünf Jahren war er ohne Ausweis, ohne Geldbörse und ohne Erinnerung auf einer Autobahn in Oregon umherirrend aufgefunden worden; der Staat hatte ihn unter dem Namen „John Doe“ hier untergebracht. Das Personal nannte ihn einfach John. Seit dem Tag seiner Ankunft hatte er völlig aufgehört zu sprechen – ein Geist in einem Krankenhauskittel, der zu niemandem jemals ein Wort sagte.
Doch heute Nacht war sein Bett leer. Von Panik erfasst, eilte Kelly zu den schweren Glastüren, die zum Innenhof führten. Sie stieß sie auf und trat hinaus in die eisige Nachtluft. Da hörte sie es. Ein leises, heiseres Geräusch, das die pechschwarze Dunkelheit durchdrang. „Geh nicht weg … Ich habe dir etwas mitgebracht.“