Sie wurde für tot erklärt – bis sie zu ihrer eigenen Beerdigung ging..

Sie lief fast eine Stunde lang durch Regen und Schlamm, wobei ein bestrumpfter Fuß in den anderen Schuh rutschte. An den Weg danach erinnerte sie sich nur bruchstückhaft: eine Steinmauer, ein bellender Hund, das Stechen in ihren Handflächen, das Geräusch vorbeifahrender Fahrzeuge, denen sie nicht genug traute, um anzuhalten.

Am Rande des Dorfes Ravensmere fand sie ein Cottage mit einer Veranda und schlammigen Stiefeln, die vor der Tür standen. Die Frau, die ihr öffnete, war June Bell, eine Krankenschwester im Ruhestand. June warf einen Blick auf ihren durchnässten Mantel, ihr zerschrammtes Gesicht und ihren unsicheren Gang und trat ohne Umschweife zur Seite.

Drinnen, mit einem Handtuch um die Schultern, benutzte Claire zuerst Junes Laptop und dann das Festnetztelefon, um Elise Grant anzurufen, oder Grant, wie sie sich selbst nannte, eine Privatdetektivin, die auch ihre Studienkollegin und Freundin war. Sie hatte erwartet, dass Elise sie für verrückt erklären würde. Stattdessen hörte Grant sich jedes Wort in aller Ruhe an. Als Claire fertig war, sagte Grant: „Rufen Sie nicht Ihren Mann an. Rufen Sie nicht Ihre Familie an. Bleiben Sie genau da, wo Sie sind.“ June stellte eine Tasse Tee vor sie hin und sagte: „Du musst mir nichts sagen, aber ich bin hier, um dir zu helfen, wenn du es brauchst.“ Claire starrte auf den Dampf, der aus der Tasse aufstieg. „Danke“, sagte sie dankbar.