Die Flugbegleiterin starrte mich ununterbrochen an – dann schob sie mir einen Zettel zu, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ 

Clara saß auf dem beengten Sitz und hielt ihre Hände ganz flach auf ihren Oberschenkeln, damit sie nicht zitterten. Minuten vergingen wie Stunden. Sie hatte kein Handy, keine persönlichen Gegenstände und absolut keinen Anhaltspunkt. Gab es eine Bombe? War das Flugzeug entführt worden? War sie selbst in Gefahr, oder war die Flugbegleiterin verrückt?


Etwa zwanzig Minuten nach Beginn ihrer Gefangenschaft bemerkte Clara eine subtile, beklemmende Veränderung in der Atmosphäre der Kabine. Einer der männlichen Flugbegleiter ging mit entschlossenem, steifem Schritt den Gang entlang nach vorne – das sah nicht nach einer Getränkerunde aus. Einen Moment später folgte ihm ein weiterer. Sie kamen nicht zurück.


Von ihrem versperrten Blickwinkel aus konnte Clara nur die Rückseiten der Kopfstützen sehen. Die Stille in der Kabine wurde bedrückend, schwer von unausgesprochener Anspannung. Der Flug schien langsamer zu werden, als würde er in der Luft schweben, während sich vorne im Flugzeug etwas Verborgenes und Gefährliches abspielte.