Clara griff nicht nach ihrer Handtasche im Gepäckfach. Sie ließ ihr Handy auf dem Klapptisch liegen und ihre Jacke über die Armlehne gefaltet, um so zu wirken, als hätte sie einen ganz gewöhnlichen Grund, auf die Toilette zu gehen.
Die letzten Reihen des Flugzeugs waren fast leer. Dort saß ein Teenager, der auf einer Nintendo Switch spielte, und ein kräftiger Mann, der am Fenster schlief. Die Flugbegleiterin wartete in der Nähe der Bordküche und tat so, als würde sie eine Schublade aufräumen.
Als Clara bei ihr ankam, gab die Frau keine Erklärung ab. Ihr Gesicht war blass, ihr Kiefer fest zusammengebissen. „Setz dich hierhin“, flüsterte sie und deutete auf die allerletzte Reihe, Reihe 32. Bevor Clara auch nur eine einzige Frage stellen konnte, stellte die Flugbegleiterin geschickt einen schweren Getränkewagen so auf, dass er den Gang vollständig versperrte und Clara hinten festhielt. Für jeden ahnungslosen Passagier sah es einfach wie eine routinemäßige Service-Maßnahme aus. Clara war in 35.000 Fuß Höhe völlig isoliert, und in ihrem Kopf herrschte absolute Panik.