Immer wieder fielen Vögel vom Himmel in ihren Garten – doch den Grund dafür würde man niemals erraten

Clara wohnte erst seit drei Tagen in ihrem neuen Haus in einem Vorort, und das chaotische Labyrinth aus Pappkartons beherrschte noch immer ihr Wohnzimmer. Das Haus war bezaubernd und grenzte direkt an eine dichte, dunkle Reihe uralter Bäume, die ruhige Abgeschiedenheit versprach. Doch in ihrer dritten Nacht, als sie gerade einen Karton mit Küchenutensilien auspackte, wurde die Stille unterbrochen.


Es war ein leises, melodisches Pfeifen, das die klare Nachtluft durchdrang. Es klang ganz und gar menschlich, eine beiläufige Melodie, die der Wind herübertrug. Neugierig trat Clara auf die hintere Veranda hinaus und spähte angestrengt in die pechschwarze Baumgrenze. „Hallo?“, rief sie, und ihre Stimme durchdrang die Dunkelheit.


In dem Moment, als die Worte ihren Mund verließen, verstummte das Pfeifen augenblicklich, und im Garten herrschte wieder eine unheimliche, erdrückende Stille. Sie stand einen langen Moment lang da, während ihr ein leichter Schauer über den Rücken lief. Schließlich schüttelte sie den Kopf und ging wieder hinein; sie tat es als Streich eines vorbeikommenden Teenagers ab – oder als eine Täuschung des Windes, die ihre Ohren auf den falschen Weg führte.