Die Flugbegleiterin starrte mich ununterbrochen an – dann schob sie mir einen Zettel zu, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ 

Clara strich nervös ihren Rock glatt, als der Getränkewagen endlich den Gang entlang rasselte und direkt vor ihrer Reihe zum Stehen kam. Die Flugbegleiterin lächelte nicht, als sie Claras Sitzplatz erreichte. Das war das Erste, was Clara aus der Nähe auffiel. Die Frau war zu allen anderen unglaublich herzlich gewesen – zu dem Geschäftsmann ein paar Reihen weiter vorne, zu dem älteren Ehepaar auf der anderen Seite des Ganges. Sie trug diese einstudierte Herzlichkeit wie eine zweite Uniform.


Doch als sie Clara den Pappbecher reichte, waren ihre Augen ganz anders. Sie waren vorsichtig, intensiv und scharf, als würde sie still etwas abschätzen oder nach einem versteckten Makel suchen. Claras Hände zitterten leicht, als sie das Getränk entgegennahm. Sie fragte sich, was sie wohl getan haben könnte, um die Besatzung zu verärgern. Hatte sie im Schlaf gegen eine Regel an Bord verstoßen? Die Flugbegleiterin gab keinen Aufschluss darüber und schob den Wagen wortlos weiter.