Rex’ Verhalten war rätselhaft. Er hatte nachgeschlagen – warum ein Hund sich auf eine bestimmte Person fixieren könnte – und die üblichen Antworten gefunden: Bindung, Geruch, Routine. Deutsche Schäferhunde waren bekannt für ihre intensive Bindung und ihre Sensibilität gegenüber menschlichem Stress. Vielleicht spürte Rex, dass Zoe ängstlich war. Das war plausibel.
Was jedoch nicht zu dieser Erklärung passte, war die Spezifität des Verhaltens. Rex tröstete sie nicht so, wie ein ängstlicher Hund Trost suchte. Er war aufmerksam wie ein Arbeitshund – wachsam, aufmerksam, voll bei der Sache.
Eines Abends saß George neben ihm auf dem Küchenboden und sagte halb im Scherz: „Was weißt du, was ich nicht weiß?“ Rex drehte sich um und sah ihn mit dem dunklen, geduldigen Ausdruck eines Wesens an, das die Antwort kannte, sie aber nicht vermitteln konnte. George hatte gelacht. Dann hatte er, ohne recht zu wissen warum, diese besondere Einsamkeit gespürt, die man empfindet, wenn man der am wenigsten informierte Mensch im Raum ist.