Warum gehen Inder auf diese Weise auf die Toilette?

Die Toilettengewohnheit, die Besucher überrascht

Wenn manche Besucher zum ersten Mal eine Hocktoilette sehen, kommt es meist zu einer kurzen Pause. Keine dramatische Film-Pause, sondern eine dieser kleinen Toilettenpausen, in denen das Gehirn leise sagt: „Ah. Heute machen wir das mal anders.“ Anstelle eines erhöhten Sitzes gibt es eine bodenebene Vorrichtung, zwei Fußstützen und eine klare Aufforderung, in die Hocke zu gehen.
Für Menschen, die mit Toiletten im westlichen Stil aufgewachsen sind, kann das wie etwas aus einer anderen Zeit wirken. Es gibt keinen Deckel zum Anheben, keinen Sitz, über dem man schweben kann, und keine höfliche Art, so zu tun, als würde man die Technik sofort verstehen. Doch für Millionen von Menschen ist diese Anordnung völlig normal. Es ist keine Reise-Kuriosität, kein Design-Fehler oder ein Beweis dafür, dass jemand vergessen hat, den Rest der Toilette nach dem Mittagessen zu installieren.

Das Interessante daran ist, dass dieser kleine Unterschied im Badezimmer viel über das tägliche Leben aussagt. Toiletten sind private Angelegenheiten, aber sie tragen Geschichte in sich. Die Art und Weise, wie Menschen sie nutzen, wird von Gewohnheiten, Wohnverhältnissen, Körpern und Vorstellungen von Sauberkeit geprägt. Bevor man also nervös über die Fußstützen lacht, lohnt es sich, eine bessere Frage zu stellen: Warum hat sich diese Art der Toilettenbenutzung überhaupt so lange gehalten, auch in den vielen sich wandelnden Wohnformen von heute?