Mit Maeves Namen im Rücken führten die Insolvenzverwalter eine gründliche Durchsuchung der noch im Haupthaus des Anwesens verbliebenen Schreibtischschubladen durch. Versteckt hinter einer doppelten Rückwand in einer alten Mahagoni-Kommode entdeckten sie einen versiegelten, ununterschriebenen Umschlag, der in Evelyns zittriger Handschrift beschriftet war.
Die Notiz darin war kurz und voller Reue. Evelyn gab zu, den Ring aus Stolz und Angst vor Armut zurückgenommen zu haben, gestand jedoch, dass sie sich nie dazu durchringen konnte, ihn zu tragen oder zu verkaufen.
„Der Ring gehört Maeve“, hieß es in dem Brief. „Er wurde mir gegeben, um eine Ehrenschuld zu begleichen. Falls ich sterbe, bevor ich Wiedergutmachung geleistet habe, verkaufe ihn und sorge dafür, dass sie das erhält, was ihr zusteht.“ Evelyn hatte den Zettel versteckt und ihn ihrer Tochter nie gezeigt. Clara hatte nichts von den ausstehenden Löhnen oder der stillen Schuld ihrer Mutter gewusst.