Im Grand Canyon stürzte eine Felswand ein und brachte diese schreckliche Geschichte ans Licht…

„Das gehört nicht hierher“, sagte Mara und kniete sich neben das Werkzeug. „Das ist Stahl aus der Mitte des Jahrhunderts. Seht euch den Boden an.“ Eine zweite, deutlich erkennbare Spur schwerer Stiefelabdrücke durchquerte den Staub, stampfte direkt auf die Plattform zu und bog dann in panischer Eile scharf zurück in Richtung Ausgang ab.

„Es gab einen Kampf“, vermutete Cole und verfolgte die chaotischen Spuren. Mara ließ ihr Licht am Rand entlanggleiten. Nahe der gegenüberliegenden Wand, vergraben unter einem kürzlich herabgefallenen Felsvorsprung, entdeckte sie einen Schimmer aus schwarzem Kunststoff. „Da ist eine Kamera. Eine alte manuelle Spiegelreflexkamera.“ Das Gehäuse war gesprungen, doch die Filmkammer blieb fest verschlossen. Ein paar Fuß entfernt, perfekt waagerecht auf einem flachen Felsen liegend, befand sich ein goldener Ehering. „Warum sollte jemand seinen Ring abnehmen?“, fragte Cole mit gerunzelter Stirn. „Sie haben ihn nicht abgenommen, um ihn wegzuwerfen“, murmelte Mara, während ihre Augen brannten. „Sie haben ihn dort hingelegt. Absichtlich.“

Direkt über dem Ring zierten flache Kratzer die Kalksteinwand. Mara wischte mit ihrem Handschuh sanft eine Schicht feinen Staubs weg. Zwei Buchstaben kamen zum Vorschein: E.G. Unterhalb der Initialen war eine zweite Zeile begonnen worden, doch die tiefen Rillen verliefen auf halber Strecke in schwache, verzweifelte Kratzer aus. Cole blickte vom Ring zu dem eingestürzten Geröll am hinteren Ende der Kammer. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. „Er ist nicht im Fluss ertrunken, Mara.“ „Nein“, flüsterte Mara. „Er war hier, gefangen.“