Im Grand Canyon stürzte eine Felswand ein und brachte diese schreckliche Geschichte ans Licht…

Am nächsten Morgen kehrte das Team mit leistungsstarken Lampen und Ausrüstung zur Konservierung in die Höhle zurück. Lenora stand neben dem versiegelten Durchgang und untersuchte den uralten Lehm, ohne ihn zu berühren. „Der Lehm ist altersbedingt rissig, aber die Versiegelung ist intakt“, stellte Lenora fest, während ihre Stimme in der kleinen Höhle widerhallte. „Wer auch immer das getan hat, wollte, dass es für immer verschlossen bleibt. Wenn wir diese Platte bewegen, tun wir das ausschließlich zu Dokumentations- und Schutzzwecken.“

„Verstanden“, sagte Cole und setzte seine Brechstange präzise an einer Hebelstelle an. „Auf drei. Eins, zwei …“ Mit einem lauten Knirschen von reibenden Steinen verschob sich die Platte. Eine Welle eiskalter, abgestandener Luft strömte aus der Öffnung und roch nach uralter Erde. Dahinter lag eine Kammer mit niedriger Decke und sorgfältig geglätteten Wänden. Schwache rote Piktogramme tanzten im Lichtstrahl von Maras Taschenlampe.

An der gegenüberliegenden Wand befand sich eine erhöhte Steinplattform. Darauf lag ein großes, eingewickeltes Bündel, versiegelt unter Schichten aus Yucca-Fasern und Lehm. Um es herum lagen Opfergaben: Muschelperlen, eine flache Keramikschale und eine kleine, wunderschön geschnitzte Steinfigur. Dahinter befand sich eine niedrige Kammer mit glatten Wänden und schwachen roten Markierungen unter dem Staub. „Ancestral Puebloan“, flüsterte Lenora und identifizierte das Mauerwerk. „Wahrscheinlich eine heilige Aufbewahrungskammer aus der Pueblo-II-Zeit, vielleicht tausend Jahre alt.“ „Leute, hier drüben“, rief Cole und richtete seine Taschenlampe auf den Erdboden. „Seht euch das an.“ Nur wenige Fuß von der heiligen Plattform entfernt lag ein stark verrosteter, moderner Metallmeißel!