Im Grand Canyon stürzte eine Felswand ein und brachte diese schreckliche Geschichte ans Licht…

Dr. Mara Venn erhielt den Anruf noch vor Sonnenaufgang. Oberhalb einer abgelegenen Flussbiegung des Colorado River, Meilen entfernt von den Hauptwanderwegen und den stärker frequentierten Aussichtspunkten, war eine Felswand eingestürzt. Als Mara den Rand erreichte, hing der Staub noch immer wie ein gespenstischer Nebel in der Luft des Canyons. Weit unten stand ein Flussführer neben seinem Floß und zeigte nach oben auf eine frische, zerklüftete Wunde im uralten Gestein.

„Es ist einfach abgerissen“, knisterte die Stimme des Flussführers über Funk, voller Ehrfurcht. „In einem Moment ist es noch eine massive Wand, im nächsten liegt die Hälfte der Klippe im Fluss. Da oben balancieren lose Felsblöcke wie Dominosteine.“

Mara hob ihr Fernglas und stellte den Fokus ein. Zunächst sah sie nur das vorhersehbare Chaos eines Steinschlags: frische Brüche, abgebrochene Felsvorsprünge und Geröllströme, die die Wand hinabrutschten. Dann fiel ihr Blick auf eine dunkle Lücke auf halber Höhe der Klippe. Es war ein scharfer, geometrischer Schatten. Zu gerade, um natürlich zu sein. Tief im Inneren der Lücke fing etwas Metallisches die Morgensonne ein und blitzte auf…