Die kleinen Dinge summierten sich immer weiter, obwohl keines für sich genommen erwähnenswert schien. In Marks Haus gab es fast keine Fotos von Chloe – ein paar Babyfotos von Tim, eine Handvoll Urlaubsfotos, aber nichts von ihr allein, nichts Aktuelles. Als Julia einmal vorsichtig danach fragte, presste Mark die Kiefer aufeinander. „Es ist immer noch schwer“, sagte er. „Ich habe das meiste davon weggeräumt, nachdem sie gestorben ist. So ist es einfacher.“
Julia verstand, dass Trauer bei jedem anders verläuft, also ließ sie das Thema ruhen. Als sie fragte, wie Chloe gewesen sei, gab Mark kurze Antworten – freundlich, lustig, liebte Gartenarbeit – die Art von Beschreibung, die auf jeden zutreffen könnte. Einmal hakte sie etwas nach, und Mark holte sein Handy heraus, scrollte und zeigte ihr ein Foto. „Das ist sie“, sagte er. Eine Frau mit dunklem Haar, die über etwas außerhalb des Bildausschnitts lachte.
Julia betrachtete das Foto eine Sekunde zu lange, bevor Mark das Handy fast hastig wegsteckte. Damals dachte sie sich nichts dabei; Trauer lasse Menschen seltsam mit Erinnerungen umgehen, besonders mit denen an Menschen, die man tief geliebt habe, sagte sie sich. Tim, der von der Küchentür aus zusah, war ganz still geworden. Julia bemerkte es, verstand aber nicht, warum.