Die Haushälterin schlich sich jeden Tag in den begehbaren Kleiderschrank. Als die Hausbesitzerin die Aufnahmen der Überwachungskamera sah, brach sie in Tränen aus.

„Mrs. Henderson!“, stammelte Elena und versuchte verzweifelt, das Tagebuch hinter ihrem Rücken zu verstecken; ihre Stimme brach vor Panik. „Es tut mir so leid. Ich weiß, ich hätte nicht in Ihren Sachen herumschnüffeln dürfen. Bitte entlassen Sie mich nicht, ich kann alles erklären …“


Sarah trat in den Schrank, ihre Stimme war leise, verlangte aber nach Antworten. „Elena, ich habe dich dabei auf Video gesehen. Die Regeln interessieren mich im Moment nicht. Ich muss nur wissen, warum. Warum liest du das private Tagebuch meiner Mutter, und warum weinst du über ihrem Foto?“


Elena blickte auf das Buch hinunter und holte zitternd Luft. „Vor ein paar Wochen, als ich den Schrank gründlich aufräumte, fiel dieses Buch hinter der Schublade hervor. Als ich es aufhob, klappte es auf. Die elegante, kursive Handschrift kam mir sofort unglaublich vertraut vor. Ich konnte einfach nicht anders, Sarah. Ich bin jeden Tag wiedergekommen, um darin zu lesen, weil ich es unbedingt wissen musste.“