Leo starrte seine Verlobte an, völlig paralysiert. Ihre Worte durchdrangen die Stille des Wohnzimmers wie ein Dolch. Sie hatte gesagt: „Sie ist auf unserer Hochzeit nicht willkommen.“ Die Frau, die er liebte, normalerweise die sanfteste Seele, die er kannte, stand nun mit kalter, unnachgiebiger Miene vor ihm. Sie schrie nicht, ihre Stimme war gefährlich ruhig, was sie irgendwie beängstigend machte.
Gestern noch hatten sie ihre Zukunft gefeiert. Heute verbannte Chloe die wichtigste Person in Leos Leben von ihrem großen Tag. Er versuchte, eine rationale Erklärung zu finden, aber Chloe verschränkte nur die Arme und schaute weg, ohne ihm in die Augen zu sehen. Die plötzliche, unerklärliche Feindseligkeit fühlte sich wie ein Verrat an.
„Chloe, sie ist meine Großmutter“, flehte Leo, und seine Stimme zitterte. „Sie hat mich praktisch aufgezogen. Wie kannst du so etwas sagen?“ Doch Chloe blieb eine Festung des Schweigens. Die Frau, die er in- und auswendig zu kennen geglaubt hatte, war plötzlich eine völlig Fremde geworden, die sich hinter einer Maske kühler Gleichgültigkeit verbarg.