Mit Samuel als emotionalem Anker war Lunas Entwicklung atemberaubend. Sie fing an, regelmäßig zu fressen, ihr Fell wurde geschmeidig und sie erlaubte dem Tierärzteteam des Tierheims schließlich, sich ihrem Gehege zu nähern – allerdings nur, wenn Samuel direkt neben ihnen stand. Die Auffangstation beschloss schließlich, den nächsten Schritt zu tun und sie in einem geräumigen, nicht ausgestellten Gehege mit einem sanften weißen Tigermännchen zusammenzubringen. Zur großen Erleichterung aller akzeptierte Luna ihn fast sofort.
Einige Monate später bemerkte Samuel während einer Beobachtungsstunde eine Veränderung in Lunas Verhalten. Sie ruhte sich häufiger aus, bewachte ihren Bauch, und ihr Appetit hatte zugenommen. Eine spezielle Untersuchung bestätigte die unglaubliche Wahrheit: Luna war schwanger. Für eine vom Aussterben bedrohte Tierart war dies ein großer Hoffnungsschimmer für den weltweiten Artenschutz. Samuel war überglücklich und verbrachte viele Stunden damit, einen abgelegenen, gut geschützten Nistplatz im hinteren Teil des Habitats einzurichten. Luna lehnte sich in diesen Wochen stark an ihn und verließ sich auf seine Stimme, um sie zu beruhigen.