In den nächsten drei Stunden wurde Suite 1A zu einer stillen, zermürbenden Geduldsprobe. Alle zwölf Minuten, wie ein Uhrwerk, gab Leo Sarah aus der Bordküche ein diskretes Zeichen, und sie tippten auf das Bedienfeld, um eine Sitzverstellung vorzutäuschen. Die motorisierten Polster surrten, versuchten sich für ein paar Sekunden zurückzulehnen und schnappten dann wieder fest in die aufrechte Position zurück. Der Unterhaltungsbildschirm lief fröhlich in Endlosschleife weiter und warf einen rhythmischen blauen Schimmer auf die zunehmend leeren Gesichter des Paares.
Julian hatte ganz aufgehört, Knöpfe zu drücken. Er saß starr da und starrte vor sich hin, mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der seine Entscheidungen in Zeitlupe noch einmal durchging. Beatrice hatte genau eine funktionierende Funktion gefunden: die Jalousie. Sie hob und senkte sie mit der mechanischen Monotonie von jemandem, dem alle anderen Möglichkeiten ausgegangen waren.
Schließlich überwog Julians Unbehagen seinen Stolz. Er trat wieder in den Gang hinaus, suchte Sarah und ließ diesmal die Show ganz fallen. „Hör mal“, sagte er leise, „ich will ehrlich zu dir sein. Die Suite funktioniert nicht. Wir würden wirklich gerne wieder auf unsere ursprünglichen Plätze zurück – 3C und 3D. Können Sie uns helfen?“