Die romantische Diashow, die auf der riesigen Projektionsfläche flimmerte, verschwand plötzlich und wurde durch die hochauflösenden, kristallklaren Fotos ersetzt, die Clara an diesem Nachmittag aufgenommen hatte. Da war Marcus am Pool, wie seine Hand über die Schulter seiner Assistentin strich. Da waren sie, wie sie sich bei Cocktails einen lang anhaltenden, innigen Kuss gaben. Das Lächeln der Assistentin verflüchtigte sich augenblicklich, ihr Gesicht verzog sich zu einem Ausdruck absoluten Entsetzens. Marcus erstarrte, das teure Weinglas glitt ihm aus den Fingern und zersprang auf dem Steinboden.
Sein Gesicht wurde unter dem grellen Schein des Projektors aschfahl und gespenstisch weiß. Genau in diesem Moment schwangen die schweren Flügeltüren des privaten Pavillons auf. In ihre feinste Kleidung gekleidet betraten Marcus’ zutiefst traditionelle, altmodische Eltern den Speisesaal. Clara hatte sie eine Stunde zuvor angerufen und ihnen eine sorgfältig ausgearbeitete Lüge aufgetischt, wonach Marcus ein exklusives Jubiläumsessen organisiert habe, um die Familie zu feiern.
Stattdessen betraten sie den Pavillon genau in dem Moment, als die Leinwand den unbestreitbaren, riesigen Beweis für die Untreue ihres Sohnes hell erleuchtete. Die Stille im Raum wurde absolut ohrenbetäubend, als die Eltern auf die Leinwand starrten und dann auf ihren zitternden Sohn.