Mein Mann hatte eine vorgetäuschte Geschäftsreise geplant. Der fünfminütige Anruf, den ich im Resort tätigte, hat alles ruiniert.

Die Nacht brach über der Küste herein und brachte eine kühle Meeresbrise mit sich. Um 20:00 Uhr wurden Marcus und sein Assistent von einem Kellner zu einem privaten, wunderschön beleuchteten Tisch im Freien mit Blick auf das Wasser geführt, der völlig abgeschieden vom Hauptrestaurant lag. Sie lächelten, stießen mit teuren Gläsern Weißwein an und feierten ihren perfekten Kurzurlaub.


Plötzlich trat der Live-Akustikmusiker des Resorts ans Mikrofon in der Nähe des Pavillons. Er schlug einen Akkord auf seiner Gitarre an und begann, einen ganz bestimmten, schrulligen Indie-Song eines französisch-polynesischen Künstlers zu singen, den Marcus und Clara auf ihrer Rucksack-Hochzeitsreise entdeckt hatten. Marcus erstarrte mitten im Schluck. Niemand spielte dieses Lied. Es lief auf keinem Radiosender.


Bevor er diesen seltsamen Zufall verarbeiten konnte, senkte sich langsam eine große, automatisierte Projektionsleinwand von der Decke des Pavillons direkt vor ihrem Tisch herab. Die Assistentin lächelte breit und klatschte in die Hände. „Oh mein Gott, Marcus, hast du eine romantische Diashow für uns organisiert? Das ist ja so süß von dir!“ Marcus wirkte völlig verwirrt, doch sein narzisstischer Stolz ließ ihn annehmen, dass das Hotel einen exklusiven, kostenlosen Service bot.