Clara blickte auf ihren Mann herab, ihr Gesichtsausdruck war vollkommen gelassen, frei von den Tränen, die er wahrscheinlich erwartet hatte. Die Jahre, in denen sie die unsichtbare, unterschätzte Hausfrau gespielt hatte, waren offiziell vorbei, und das Machtverhältnis hatte sich vollständig verschoben.
„Du hast nicht einmal mitbekommen, welcher Tag heute ist, oder, Marcus?“, sagte Clara, und ihre Stimme durchdrang sein panisches Schluchzen mit absoluter, schneidender Kälte. „Du warst so sehr damit beschäftigt, diese ‚Geschäftsreise‘ zu planen, dass du völlig vergessen hast, dass heute unser siebter Hochzeitstag ist. Aber keine Sorge, ich habe dafür gesorgt, dass er unvergesslich wird.“ Marcus rappelte sich hastig auf und versuchte, ihre Hand zu ergreifen, doch Clara trat einen Schritt zurück und sah ihn mit nichts als kalter Gleichgültigkeit an.
„Ich will die Scheidung“, erklärte sie sachlich, ihr Tonfall so ruhig, als würde sie eine Einkaufsliste vorlesen. „Mach dir nicht die Mühe, nach Hause zu kommen. Wir sehen uns vor Gericht.“ Damit drehte sie sich auf dem Absatz um und verließ den Pavillon, wobei sie ihn völlig allein in den Trümmern zurückließ, die er selbst angerichtet hatte.