Einen Moment lang war es still im Raum, bis auf die winzigen nassen Geräusche, die aus dem Korb kamen. Ava starrte die Neugeborenen an und wartete darauf, dass ihr Verstand sie einholte. Sie waren alle an Lunas Bauch gedrückt worden, als sie sie fand. Luna hatte sie gesäubert, gewärmt und füttern lassen. „Was genau meinst du, wenn du „seltsam“ sagst?“ Fragte Ava.
Dr. Maren hob eines der dunkleren Neugeborenen mit beiden behandschuhten Händen an. Der kleine Körper zappelte schwach, sein dünner Schwanz zuckte gegen ihre Handfläche. „Dieses hier ist viel kleiner als die beiden hellen Welpen. Die Schnauze ist anders. Auch die Füße sind anders.“ Ava schluckte. „Könnte es nur der Vater sein? Luna war eine Streunerin. Ich weiß nicht, was für ein Hund…“
„Das kann die Farbe erklären“, sagte der Tierarzt sanft. „Manchmal auch die Größe. Aber nicht diese Art von Unterschied.“ Ava blickte auf Luna hinunter. Die Hündin hatte ihren Kopf gehoben und beobachtete jede Bewegung mit intensiven, müden Augen. Als das Neugeborene einen leisen Schrei von sich gab, wimmerte Luna und versuchte aufzustehen. Dr. Maren gab das Baby schnell zurück. „Das ist das Seltsamste“, murmelte sie. „Was auch immer sie sind, sie behandelt sie genau wie ihre eigenen.“ Ava spürte den ersten kalten Anflug von Angst. „Könnten es Wolfswelpen sein?“ Dr. Maren sagte: „Nein, ganz bestimmt nicht.“ Aber Ava konnte es nicht verstehen. Wenn der Tierarzt Recht hatte, dann hatte jemand – oder etwas – mitten in der Nacht vier neugeborene Tiere neben Luna abgelegt.