Es geschah alles auf einmal. Eine plötzliche Bewegung, aufgewirbelter Staub, Krallen, die sich in die Erde bohrten, und ein Brüllen, das durch das Gehege schallte. Milo schrie. Hoch. Scharf. Verängstigt. Dann… Stille. Einen halben Herzschlag lang. Bevor das Chaos erneut explodierte. Andere Löwen stürmten nach vorne, angelockt durch das Geräusch. Körper prallten aufeinander. Knurren überlagerte sich, tief und heftig, und erschütterte die Luft selbst.
Der Baum verschwand hinter einem Sturm von Bewegungen. „Zurück!“, rief jemand hinter Arjun. Aber er bewegte sich nicht. Er konnte es nicht. Seine Augen waren auf die sich bewegende Masse aus Fell und Staub gerichtet und suchten verzweifelt nach etwas – irgendetwas. Einen flüchtigen Blick. Einem Zeichen. Aber es war nichts zu erkennen. Nur Bewegung.
Nur Geräusche. Dann, ebenso plötzlich, hörte es auf. Der Staub begann sich zu legen. Das Knurren wurde leiser und ging dann in ein leises, warnendes Grollen über. Einer nach dem anderen traten die anderen Löwen zurück. Zögernd. Beobachtend. Und in der Mitte von all dem stand die Löwin. Still. Dominant. Unangefochten.
Ihr Körper war nach vorne geneigt, der Kopf leicht gesenkt, als würde sie ihre Beute am Boden bewachen. Aber von dort, wo Arjun stand, war keine Bewegung zu sehen. Kein Geräusch. Keine Spur von Milo.