Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit begann Diane, immer wieder Andeutungen über Enkelkinder zu machen. Sie drängte David in die Enge, wenn Renata nicht im Raum war, und fragte pointiert: „Wird sie der Familie jemals Vorrang einräumen?“ Wenn David nicht da war, nahm sie Renata direkt ins Visier und tarnte ihre bohrenden Fragen als liebevolle mütterliche Sorge um deren strapaziöse Arbeitszeiten. Es war nie eine explizite Anschuldigung, aber es kam ihr immer gefährlich nahe.
Was Diane nicht wusste, war der heimliche Kummer, den das junge Paar durchlebte. Sie hatten es seit über einem Jahr versucht. Ihre erste Schwangerschaft war tragischerweise in der achten Woche zu Ende gegangen und hatte sie völlig erschüttert. Die zweite endete noch früher, noch bevor sie die Freude überhaupt verarbeiten konnten. „Lass uns einfach aufhören, darüber zu reden“, hatte Renata eines Abends geflüstert, wobei ihre Stimme brach. David drängte sie nicht.
Infolgedessen wurde Renata in Gegenwart seiner Mutter immer stiller. David führte ihr Zurückziehen fälschlicherweise auf berufliche Erschöpfung zurück und weigerte sich, den Zusammenhang zu erkennen. Diane machte immer wieder deutliche Andeutungen, dass sie zu lange warteten, und Renata nahm jede schmerzhafte Bemerkung hin, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu verteidigen.