Der Verhörraum war ein Kasten aus grauem Beton und fluoreszierendem Brummen. Ihre Handgelenke schmerzten von den Handschellen, die Haut war rot gescheuert. Detective Harlan, ein Mann, der aussah, als wäre er aus Granit gemeißelt worden, saß ihr gegenüber. Detective Sato stand in der Ecke, ein stummer Schatten mit einem Stift. „Versuchen wir es noch einmal, Lena“, sagte Harlan und beugte sich vor. „Der Park. Die Tasche. Was ist wirklich passiert?“
„Ich habe es dir gesagt! Ich habe es leer vorgefunden!“ Rief Lena mit brüchiger Stimme. Harlan seufzte, ein Laut geübter Enttäuschung. „Du bist eine Frau mit einem fast leeren Bankkonto, ohne Job und mit einem Mietrückstand. Und wir sollen glauben, dass Sie eine Tasche mit achtzehntausend Pfund in bar gefunden haben und das Geld einfach … verschwunden ist?“ Lenas Herz blieb stehen. „Achtzehntausend? Da war doch gar nichts drin!“
„Jede Antwort, die du gibst, lässt dich noch schuldiger aussehen“, mischte sich Sato von der Wand aus ein. Lena spürte, wie sich die Mauern näherten. Je mehr sie versuchte, ihre Ehrlichkeit zu erklären, desto mehr klang es wie eine verzweifelte Vertuschungsgeschichte. Sie war mit einem Lächeln in die Höhle des Löwen gegangen und hatte ihnen genau die Beweise geliefert, die sie brauchten, um sie zu ruinieren. „Ich habe es euch gebracht!“, schrie sie. „Wenn ich es gestohlen hätte, warum sollte ich dann hierher kommen?“ Harlan blinzelte nicht. „Schuldgefühle. Oder Sie dachten, Sie wären clever.“