Frau findet eine verlorene Handtasche und bringt sie zur Polizei – dann wird sie sofort verhaftet

Eine Woche später war Lena wieder in Halden Park. Sie hatte einen neuen Job – eine kleine Stelle als Empfangsdame in einer Zahnklinik. Es war nicht viel, aber es war ein Anfang. Sie ging auf die gleiche Bank zu, deren Holz jetzt trocken und von der Nachmittagssonne versilbert war. Sie setzte sich, die Hände in den Hosentaschen, und beobachtete einfach die Welt.

Ein paar Meter weiter, in der Nähe des Mülleimers, lag ein braunes Lederportemonnaie mit dem Gesicht nach unten auf dem Bürgersteig. Ein Mann ging daran vorbei. Ein Kind rannte darüber. Lena blieb ganz still stehen. Sie sah die Ausbuchtung der Karten darin, die abgenutzten Ränder eines gelebten Lebens. Noch vor einem Monat wäre sie losgerannt, um es aufzuheben.

Diesmal griff sie in ihre Tasche und wählte die Notrufnummer der Polizei. „Ich bin im Halden Park“, sagte sie, als die Telefonistin abnahm. „In der Nähe des Nordeingangs ist eine Brieftasche verloren gegangen. Ich stehe drei Meter davon entfernt. Ich habe sie nicht berührt. Bitte schicken Sie jemanden, der sie abholt.“ Sie legte auf und wartete, die Hände fest in den Taschen, die Brieftasche beobachtend, als wäre sie eine sich windende Schlange. Sie wollte immer noch helfen, aber sie verstand endlich, was eine gute Tat kosten würde.