Die Flugbegleiterin starrte mich ununterbrochen an – dann schob sie mir einen Zettel zu, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ 

Die Nachricht auf der Serviette war kurz, doch sie ließ Clara das Blut in den Adern gefrieren. „Geh nach hinten ins Flugzeug. Lass dein Handgepäck zurück. Geh sofort. Mach es nicht auffällig.“ Clara las es zweimal. Dann ein drittes Mal. Ihr erster Gedanke war, dass dies irgendein schrecklicher psychologischer Streich sein musste. Warum hatte die Flugbegleiterin es auf sie abgesehen? Erst das Anstarren, jetzt das? Oder bezog sich die Warnung irgendwie auf jemand anderen in ihrer Nähe?


Sie faltete die Serviette wieder zusammen und hielt sie fest auf ihrem Schoß, während eine überwältigende Welle der Paranoia über sie hereinbrach. Draußen vor dem Fenster war nichts als flache, braune Erde unter einem trüben Himmel. Es sah aus wie ein ganz gewöhnlicher Nachmittag, aber im Inneren des Flugzeugs fühlte sich alles verzerrt an. Ihr Handgepäck zurücklassen? Ihr Laptop, ihre Geldbörse und die unbezahlbaren Ohrringe ihrer Großmutter befanden sich darin. Man lässt nicht einfach sein ganzes Leben auf die kryptische Anweisung eines Fremden hin zurück.