Noch bevor sie aus der Einfahrt gefahren war, rief sie Mark an; sie saß mit ausgeschaltetem Motor da, die Hände zitterten am Lenkrad. „Ich sage die Hochzeit ab“, sagte sie, noch bevor er einen Gruß herausbringen konnte. „Julia, was – woher kommt das denn plötzlich?“ „Tim hat mir ein Foto von Chloe gezeigt.“ Ihre Stimme klang fester, als sie sich fühlte. „Sie sieht genauso aus wie ich. Und das Foto, das du mir vor Monaten gezeigt hast – das war nicht sie. Wer war das?“
Die Stille dauerte lange genug, um die Frage von selbst zu beantworten. „Du darfst heute Abend nicht zu mir nach Hause kommen“, sagte Julia. „Du darfst mich nicht anrufen. Ich brauche Zeit zum Nachdenken.“ Sie legte auf, bevor er antworten konnte, und saß in der Einfahrt, während sie alles noch einmal durchging – die verschwundenen Fotos, die vage Trauer, die Art, wie er jedes Mal zusammengezuckt war, wenn Chloes Name fiel, das Foto der Fremden, das er ihr so bereitwillig, so überzeugend gereicht hatte.
Es war kein Zufall gewesen. Es war nicht die Trauer gewesen, die ihn so verschlossen gemacht hatte. Er hatte nach ihr gesucht, und er hatte sie gefunden, und er hatte ein Jahr lang zugelassen, dass sie glaubte, sie sei um ihrer selbst willen auserwählt worden. Sie fuhr nach Hause und schlief nicht.