Mara war sechs Jahre zuvor in einer hölzernen Transportkiste in den Zoo gekommen, klein genug, um hinter die Tierklinik zu passen, aber wütend genug, um die Riegel zu lösen. Man hatte sie in der Nähe einer Bergstraße gefunden, nachdem ihre Mutter von einem Lastwagen überfahren worden war, und drei Tage lang kam niemand an sie heran. Elias war damals jünger gewesen, jung genug, um zu glauben, dass man mit Geduld fast alles lösen kann. Jeden Morgen saß er mit einer Thermoskanne Tee und einem Eimer mit gehackten Äpfeln vor ihrem provisorischen Gehege. Er sprach nicht viel. Er saß einfach nur da.
Am vierten Tag knurrte sie ihn nicht mehr an. Am sechsten Tag nahm sie eine Apfelscheibe vom Beton neben seinem Stiefel. Am Ende des Monats kam sie zum Tor, wenn sie seine Schlüssel hörte. Elias hasste es, wenn Besucher das Wort „zahm“ benutzten Mara war nie ein Haustier, nie eine Darstellerin, nie ein übergroßer Hund mit Krallen. Sie war ein starkes wildes Tier, das ihn tolerierte, weil er sich einen kleinen Teil ihres Vertrauens verdient hatte.