Aber Vertrauen war bei Bären wichtig. Es war wichtig, wenn ein Sturm an den Zäunen rüttelte. Es war wichtig, wenn ein Tierarzt eine Pfote untersuchen musste. Es war wichtig, wenn ein Tier so verängstigt war, dass es eine schreckliche Entscheidung treffen musste. Als Elias an diesem Morgen in Richtung Stadt fuhr, sah er Mara immer wieder so, wie sie vor Jahren gewesen war: nassgeschwitzt, wütend, verwaist und allein. Jetzt war sie wieder allein, nur dieses Mal war sie von Fremden mit Kameras umgeben.
In der Nacht zuvor war ein Sturm über Northbridge hinweggezogen, der so stark war, dass er die halbe Gegend aufweckte. Elias erinnerte sich daran, wie der Wind den Regen gegen sein Schlafzimmerfenster prallen ließ, aber er hatte sich keine Sorgen gemacht. Der Zoo verfügte über Sturmprotokolle, verstärkte Gehege, Nachtpersonal und Notstromgeneratoren. Man hatte sich auf das Schlimmste vorbereitet. Um 6:12 Uhr an diesem Morgen, als er noch auf dem Highway war, rief Elias im Bärenhaus an. Beim ersten Mal ging niemand ran. Beim zweiten Mal nahm Lena, die Juniorpflegerin, atemlos ab. „Elias“, sagte sie, bevor er etwas sagen konnte, „wir sehen gerade nach. Wir haben keine Augen für Mara.“