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6. Warum spielte das Fernsehen eine so große Rolle?
Vietnam wird oft als der erste „Wohnzimmerkrieg“ bezeichnet, weil das Fernsehen Bilder des Konflikts in die gewöhnlichen Haushalte brachte. Die Zuschauer sahen verwundete Soldaten, brennende Dörfer, Opferzahlen, Proteste und Pressekonferenzen. Der Krieg wurde nicht allein hinter offiziellen Erklärungen versteckt. Er kam nach dem Abendessen, zwischen den Werbespots, in Schwarz-Weiß.
Das veränderte das Verhältnis zwischen Bürgern und Regierung. Als der offizielle Optimismus mit dem sichtbaren Leid kollidierte, begann das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bröckeln. Die Menschen sahen genug, um kritischere Fragen zu stellen. War der Sieg in greifbarer Nähe? Waren die Kosten es wert? Waren die Führer ehrlich? Das Fernsehen hat nicht die gesamte Kriegsgegnerbewegung hervorgebracht, aber es machte es schwieriger, den Krieg in ein ordentliches Paket zu verpacken.
Heute haben die sozialen Medien diese Rolle übernommen und sie vervielfacht. Konflikte erscheinen nun durch Handyaufnahmen, Drohnenvideos, Livestreams und bearbeitete Clips. Vietnam war eine frühe Warnung, dass Kriege nicht nur vor Ort geführt werden, sondern auch auf den Bildschirmen, wo die Öffentlichkeit entscheidet, was sie glaubt.