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5. War die Tet-Offensive eine Niederlage oder ein Sieg?
Militärisch gesehen war die Tet-Offensive 1968 für die nordvietnamesischen und Vietcong-Streitkräfte verlustreich. Sie starteten während der Tet-Feiertage koordinierte Angriffe in ganz Südvietnam und griffen Städte, Ortschaften, Militärstützpunkte und sogar das Gelände der US-Botschaft in Saigon an. US-amerikanische und südvietnamesische Streitkräfte drängten sie schließlich zurück.
Politisch und psychologisch jedoch veränderte Tet alles. US-Beamte hatten der Öffentlichkeit zuvor versichert, dass Fortschritte erzielt würden. Dann sahen die Fernsehzuschauer plötzlich Kämpfe an Orten, von denen ihnen gesagt worden war, sie seien sicher. Die Frage lautete nicht mehr nur: „Wer hat die Schlacht gewonnen?“, sondern: „Wurde uns die Wahrheit gesagt?“
Deshalb wird Tet auch heute noch untersucht. Es zeigte, dass Wahrnehmung einen Krieg neu gestalten kann, selbst wenn das Ergebnis auf dem Schlachtfeld anders aussieht. Im Zeitalter von Livestreams, viralen Clips, Satellitenbildern und sofortigen Analysen wirkt diese Lektion noch eindringlicher. Eine Militäroperation kann taktisch scheitern und dennoch erfolgreich die Geschichte verändern.