Der Garten war schon immer Gerald Hoffs Ausrede gewesen, um dem Buchclub seiner Frau zu entgehen. Jeden Samstagmorgen, während Miriam drei andere Frauen unterhielt, die Romane sezierten, zog Gerald seine Gummistiefel an und verschwand in dem schmalen Streifen Erde hinter ihrer Doppelhaushälfte in Harrogate. Er baute nichts Bemerkenswertes an – ein paar Zucchini, ein paar Reihen Stangenbohnen und Minze, die immer wieder aus ihrem Topf entwich. Aber das Graben selbst war das Entscheidende – der Widerstand des Lehmbodens, der saubere Geruch der umgedrehten Erde und das befriedigende Schlagen des Spatens.
Es war der dritte Samstag im Oktober, als der Spaten auf etwas traf, das kein Stein war. Gerald hatte gelernt, die Geräusche zu unterscheiden – das flache Knacken eines Feuersteins, das dumpfe Aufschlagen einer vergrabenen Wurzel, das hohle Klirren einer alten Tonpfeife. Das hier war nichts von alledem. Es war ein heller, fast musikalischer Klang, der den Stiel hinauf in seine Handflächen wanderte und ihn völlig verstummen ließ.
Er ging in die Hocke und bearbeitete die Erde mit den Fingern, so wie er es bei Archäologen im Fernsehen gesehen hatte. In zehn Zentimetern Tiefe kam ein kleiner ovaler Gegenstand zum Vorschein, der dunkel beschlagen und von verdichteter Erde bedeckt war und an einer Kette hing, die so fein war, dass er sie fast für einen Wurzelfaden gehalten hätte. Er wischte es an seiner Hose ab, hielt es in das graue Oktoberlicht und spürte den ersten seltsamen Schauer von etwas, das er noch nicht benennen konnte..