Pogs und Slammers aus den 1990er Jahren (Nr. 8)
Ausgehend von einem traditionellen hawaiianischen Spiel mit Milchkartonverschlüssen entwickelten sich Pogs Mitte der 1990er Jahre zu einem millionenschweren globalen Phänomen auf den Schulhöfen. Das Spiel war wunderbar einfach: Die Spieler benutzten einen schwereren „Slammer“ aus Kunststoff oder Metall, um Stapel verzierter Pappscheiben umzudrehen. Unternehmen aller Art – von Fast-Food-Ketten bis hin zu großen Markenkonzernen – erkannten darin eine einfache Marketingchance und beeilten sich, ihre eigenen, individuell gestalteten Pog-Sets in limitierter Auflage herzustellen, um Kinder davon zu überzeugen, dass sie wertvolle Schätze der Popkultur sammelten.
Der Pog-Hype verflog ebenso schnell, wie er gekommen war, und verschwand innerhalb weniger Schulhalbjahre vollständig, als die Kinder ihre Aufmerksamkeit auf Videospiele richteten. Da Pogs im Grunde nur winzige, bedruckte Pappkreise sind, haben sie absolut keinen inneren Wert oder Nutzen. Der ursprüngliche Sammlermarkt ist schon vor Jahrzehnten verschwunden. Heute werden sie auf dem Sekundärmarkt als billiges Scherzgeschenk behandelt; auf Online-Marktplätzen kann man problemlos einen Müllsack mit Tausenden von echten Vintage-Pogs und Slammern aus den 1990er Jahren für pauschal 10 Dollar kaufen.