Baseballkarten aus der „Junk-Wax-Ära“ (Nr. 10)
Von etwa 1986 bis 1995 durchlief die Sportkartenbranche eine Phase, die heute als „Junk-Wax-Ära“ berüchtigt ist. Große Kartenhersteller wie Topps, Fleer, Donruss und Upper Deck erkannten, dass sie durch den kontinuierlichen Druck von Karten astronomische Gewinne erzielen konnten. Sie produzierten jährlich Milliarden von Sportkarten, während Millionen erwachsener Sammler systematisch ganze Wachsboxen und Fabrik-Sets in klimatisierten Lagern horteten, in der festen Erwartung, dass diese an Wert gewinnen würden wie die seltenen Mickey-Mantle-Karten von 1952.
Da jeder seine Karten makellos aufbewahrte, wurde echte Knappheit vollständig zunichte gemacht. Heute weigern sich Pfandhäuser, lokale Comic-Läden und Sportkartenhändler regelmäßig, unordentliche Schuhkartons mit Baseballkarten aus den 1990er Jahren anzunehmen oder durchzusehen. Sofern es sich bei einer Karte nicht zufällig um einen äußerst seltenen, beglaubigten Druckfehler oder um eine Rookie-Karte handelt, die von einem offiziellen Bewertungsdienst professionell mit der makellosen Note „PSA 10“ bewertet wurde, sind Standardkarten aus dieser Zeit völlig wertlos und werden oft nur mit Bruchteilen eines einzigen Pennys bewertet.