Leo umklammerte das Mikrofon des Reservefunkgeräts, seine Knöchel waren weiß vor Anspannung. Er blickte durch die schweren Fenster zurück auf die endlosen Containerstapel auf dem Deck. Warum war dieser gewaltige Stahlberg noch nicht untergegangen?
Dem Logbuch zufolge war die Besatzung vor Stunden in Panik geraten und geflohen. Wenn ein Schiff so viel Wasser aufnimmt, liegt es nicht einfach kerzengerade in der Nachmittagssonne und gleitet wie ein normales Boot über die Wellen. Es fühlte sich an, als stünde er auf einer schwimmenden Unmöglichkeit.
Lügte der Computerbildschirm, oder würde der Rumpf jeden Moment plötzlich in zwei Hälften zerbrechen und ihn hinab in die Tiefen des Atlantiks reißen? Er konnte es nicht riskieren, allein in die dunklen, unteren Decks hinabzusteigen, um das herauszufinden. Jede Sekunde, die er damit verbrachte, das Rätsel zu lösen, war eine Sekunde, in der er sein eigenes Leben riskierte. Die Verwirrung war schwindelerregend, aber er konnte einen außer Kontrolle geratenen Riesen nicht einfach der Gefahr überlassen. Er musste eine Entscheidung treffen.