Sie öffnen die Klappe
Die Entscheidung, das U-Boot zu öffnen, kam am nächsten Morgen um neun Uhr vom Leiter der städtischen Infrastruktur nach einer Nacht voller Telefonate zwischen der Stadtverwaltung, dem Verteidigungsministerium und einigen Regierungsstellen, von denen Declan noch nie gehört hatte. Die Anweisung war einfach: Bewertung der strukturellen Integrität, Protokollierung des Inhalts, Versiegelung und Abwarten weiterer Anweisungen. Ein Statiker und zwei Mitarbeiter einer Spezialfirma für Unterwasserbergungen wurden hinzugezogen.
Die Luke des Kommandoturms war verklemmt – nicht verschweißt, sondern einfach durch jahrzehntelange Oxidation verschlossen. Es dauerte dreißig Minuten und ein hydraulisches Schneidgerät, um die Dichtung zu öffnen. Als sie endlich nachgab, strömte ein Schwall abgestandener, unter Druck stehender Luft aus der Öffnung wie ein lange zurückgehaltener Atemzug. Jeder, der in der Nähe stand, wich unwillkürlich zurück.
Declan sollte eigentlich nicht hineingehen, aber er war hartnäckig. Mit einer Taschenlampe in der Hand und einer Sicherheitskappe ging er hinein. Geführt wurden sie von der Cheftaucherin der Bergungsfirma, einer ruhigen, intelligenten Frau namens Sorcha, die bereits zwei havarierte Frachter und einen gesunkenen Trawler erforscht hatte und von ihrer jahrelangen Arbeit völlig unbeeindruckt wirkte. Sie stiegen durch die Luke in die Dunkelheit hinab.