Etwas im Schlamm
Die Stadt hatte die Entwässerung seit über einem Jahr geplant. Der Aldermoor-Kanal – ein langsames, graues Band, das sich durch das industrielle Herz von Marveston zieht – war überfällig für seine zehnjährige Reinigung. Als die Arbeiter das letzte Mal im Jahr 2013 hineingingen, hatten sie ein Fahrrad, eine Registrierkasse und einen verschlossenen Mini-Kühlschrank herausgeholt. Niemand war überrascht gewesen. Das war Aldermoor.
Am Morgen des 4. März kam Declan Hurst noch vor Sonnenaufgang an der Pumpstation an. Er war ein Wartungsbeauftragter der städtischen Wasserstraßenbehörde, ein breitschultriger Mann von zweiundfünfzig Jahren, der schon so manches gesehen hatte, was ein Kanal verbergen konnte. Er unterzeichnete die Pumpenmanifeste, prüfte das Wetter – kalt, trocken, seit vier Tagen kein Regen – und gab den Befehl, mit dem Ablassen zu beginnen. Bis zum Mittag war das Wasser um drei Meter gesunken. Um drei Uhr nachmittags hatte sich der Schlamm verschoben, und etwas war zum Vorschein gekommen.
„Declan.“ Sein Junior, eine junge Frau namens Priya, stand am Ufer und starrte nach unten. Ihre Stimme war ruhig, aber ihr Gesicht war es nicht. „Das musst du dir ansehen…“