Jede Nacht hörte sie Geräusche vor ihrer Tür – als sie herausfand, warum, war es schon zu spät…

Die CCTV-App lud quälend langsam auf ihrem Handy, das Bild aus dem Flur war körnig und in Nachtsichtgrün. „Komm schon, komm schon“, murmelte Yelena, scrollte zurück zu Mitternacht, dann zu ein Uhr und sah sich den leeren Flur im Schnelldurchlauf an. Es gab nichts außer dem gelegentlichen Flackern des Bewegungsmelders, einer verirrten Motte und einmal einem Lieferfahrer, der ein Paket abstellte.

Als Nächstes überprüfte sie die Kamera an der Feuerleiter, die über ihrem Schlafzimmerfenster angebracht war und auf die Gasse blickte. Die ganze Nacht über war dort nichts zu sehen, nicht einmal eine streunende Katze streifte vorbei. Sie setzte sich auf die Bettkante und atmete tief und zitternd auf. „Okay. Wenn nichts durch die Lobby gekommen ist und nichts die Feuerleiter hinaufgeklettert ist, dann ist es nichts.“

„Es ist nur das Gebäude“, sagte sie sich entschlossen und legte das Handy auf ihren Nachttisch. Sie redete sich ein, dass sie jetzt schlafen könne, und zum ersten Mal in dieser Woche schlief sie tatsächlich ein. Es war ein tiefer, traumloser Schlaf, der sie am Morgen fast in Verlegenheit brachte, weil sie sich wegen ein paar Knarr- und Knackgeräuschen so sehr aufgeregt hatte.