Ein Mann eilt herbei, um ein Nashornbaby von der Straße zu retten – Sekunden später bleibt ihm das Herz stehen

Elias schnalzte mit der Zunge – ein leises, rhythmisches Geräusch, das gestresste Wildtiere beruhigen soll. Er bewegte sich Zentimeter für Zentimeter vorwärts und hielt sich dabei unauffällig. Das Kalb zitterte so heftig, dass er sehen konnte, wie sich seine Rippen unter der staubigen Haut hoben. Es flüchtete nicht.


Plötzlich riss das Kalb aus seiner Trance und stürzte auf ihn zu. Es prallte gegen seine Schienbeine, klemmte sich hinter seine Knie und zitterte unkontrolliert. Elias blickte an dem verängstigten Tier vorbei zu der Grasfläche und erkannte mit einem mulmigen Gefühl, dass das Kalb Wache gestanden hatte. Er schlich sich vorwärts, durchbrach die trockenen, goldenen Halme und entdeckte die Mutterlinde, die betäubt war und aus deren Schulter ein schwerer Pfeil ragte.


Ihm drehte sich der Magen um. Die chemische Arbeit war schlampig und verzweifelt; hier ging es nicht um medizinische Hilfe. Er überprüfte die Lebenszeichen der Mutter, seine Finger drückten gegen ihren Hals. Sie atmete, aber ihr Herzschlag war flach und unregelmäßig. Als er sich umdrehte, um die Umgebung abzusuchen, wurde ihm kalt ums Herz. Die Stille wurde schließlich durch ein leises Vibrieren durchbrochen.