Am nächsten Morgen war Clara der Inbegriff häuslicher Perfektion. Sie sabotierte weder seine Kleidung, noch zerknüllte sie seinen Reisepass oder bekam einen dramatischen Wutanfall. Nein, sie packte seinen hochwertigen Koffer mit beunruhigender, erschreckender Präzision. Sie bügelte seine besten Maßanzüge sorgfältig, packte sein teures Lieblingsparfüm ein und sorgte dafür, dass seine Luxuskrawatten perfekt aufgerollt waren.
Sie wollte, dass er sich absolut entspannt, vollkommen siegreich und völlig ahnungslos gegenüber dem Sturm fühlte, der sich am Horizont zusammenbraute. „Du bist wirklich eine Rettung“, sagte Marcus, während er auf seine Uhr schaute und nach seiner Aktentasche griff. Er gab ihr einen kurzen, routinemäßigen Kuss auf die Wange – die Art von abweisendem Kuss, den man einem Haustier gibt, bevor man das Haus verlässt. „Warte dieses Wochenende nicht auf mich. Ich habe ein Meeting nach dem anderen.“
„Arbeite hart, Marcus“, erwiderte Clara mit sanfter Stimme, die völlig emotionslos klang. In dem Moment, als sein Uber aus der Einfahrt fuhr, verschwand das sanfte Lächeln vollständig aus ihrem Gesicht. Ihre Hände hörten auf zu zittern. Sie zog ein schickes, maßgeschneidertes Outfit an, schnappte sich ihre Sonnenbrille und ging zur Tür hinaus.