Mein Mann hatte eine vorgetäuschte Geschäftsreise geplant. Der fünfminütige Anruf, den ich im Resort tätigte, hat alles ruiniert.

Der Verrat war zu viel für sie, er raubte Clara förmlich den Atem. Doch als sie Marcus’ völlig gleichgültiges, kaltes Gesicht auf der anderen Seite des Tisches betrachtete, veränderte sich etwas in ihr. Die weinende, verzweifelte Hausfrau starb genau dort im Schein der Kerzen. Eine kalte, scharfe und berechnende Ruhe übernahm die Oberhand. „Natürlich, Liebling“, sagte sie leise und räumte mit ruhiger Hand die Teller ab. „Ich werde dafür sorgen, dass du alles hast, was du brauchst.“


Während Marcus im Hauptbadezimmer eine lange, dampfende Dusche genoss, schlich sich Clara leise zum Schrank im Flur. In einer ausgehöhlten Dekokiste versteckt lag ihr Geheimfonds. Über die Jahre hinweg hatte sie akribisch Bargeld von dem strengen „Haushaltsgeld“ gespart, das Marcus ihr zuteilte. Es war Geld, das sie ursprünglich für eine schöne, teure Jubiläumsuhr für ihn ausgeben wollte.


Sie zählte die knackigen Scheine. Es war mehr als genug. Im Dunkeln sitzend, mit dem Handy in der Hand, buchte sie keinen Urlaub, um sich abzulenken. Sie kaufte ein einzelnes One-Way-Ticket zu genau demselben Reiseziel an der Küste und flog nur eine Stunde nach ihm ab.